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Kraft, Mut & Zuversicht
... ihre Geschichten

Hinter jeder Familie mit einem früh- oder krankgeborenen Kind steht ein individuelles Schicksal. Besonders die ersten Wochen sind häufig von Ängsten, Sorgen aber auch Hoffnung bestimmt.

Mit den folgenden Geschichten geben Eltern ihre Erfahrungen weiter und berichten, wie ihre Kinder den Weg ins Leben und dann in den Alltag gefunden haben.

Alexander

Außergewöhnlich – zum Wohl des Kindes

Alexander kam am 15.03.2006 nach 26 Schwangerschaftswochen mit einem Geburtsgewicht von 880 Gramm in Ulm zur Welt.

Als sich sein Zustand stabilisiert hatte, wurde er von Ulm nach Ravensburg verlegt. Der Transport im Inkubator war für Alexander sehr belastend. Sein Gesundheitszustand hatte sich durch den Transport massiv erschlechtert.

Die Rückverlegung des Darmausgangs und die Schließung des Ductus sollte in Tübingen erfolgen. Auf ausdrücklichen Wunsch von Frau Volz und mit Unterstützung von Mathilde Maier wurde ein „Känguruh-Transport“ organisiert. Alexander wurde sicher im Tragetuch und ganz nah bei seiner Mama nach Tübingen gefahren. Der „Känguruh-Transport“ war sehr aufwändig, aber für Alexander die ideale Lösung.

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Tabea

Nicht selbstverständlich, sondern hart erarbeitet

Tabea kam am 13. November 1987 in der 24. Schwangerschaftswoche auf die Welt und wog 530 Gramm. Schon bei ihrer Geburt hatte sie es eilig. Diesen Wesenszug behielt sie bei. Mit 21 Jahren ist sie von zuhause ausgezogen und wohnt in einer Wohngemeinschaft der Lebenshilfe.

Sie musste in ihrem Leben vieles lernen und erkämpfen was für andere Kinder selbst-verständlich war.

Ihre Eltern sind sehr stolz auf ihre Tochter und ihre Entwicklung, auch wenn sie auf Grund ihrer Geschichte viele Dinge nie erreichen wird.

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Florian

Eigentlich zu klein zum (Über-) Leben

Am 24.04.1998 wurden Florian (590 Gramm) und Fabian (390 Gramm) nach nur 23 + 6 Schwangerschaftswochen geboren. Anfänglich hatten alle beide große Probleme, ihren „Frühstart“ ins Leben, trotz Unterstützung durch Ärzte, Pflegepersonal und Eltern, zu meistern. Fabian verstarb am 12.05.1998.

Florian entwickelte sich nach überstandener Ductus-Operation äußerst positiv und konnte noch vor seinem errechneten Geburtstermin die Klinik verlassen.

Nach dem Regelkindergarten, Grundschulförderjahr und der Grundschule besucht er jetzt die Realschule.

Florian ist ein aufgeweckter, lebensfroher und gesunder Junge, der seine Eltern durch seine Art und erstaunliche Entwicklung die schwere Zeit zu Beginn seines Lebens fast vergessen lässt.

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Carina

Ein langer Weg in die Selbständigkeit

Carina wurde am 16. Dezember 1987 mit einem Gewicht von 910 Gramm geboren.

Nach sechs langen Monaten mit Höhen und Tiefen durften die Eltern Carina endlich mit nach Hause nehmen. Zuhause brauchte sie dann noch Sauerstoff, bis sie zur Freude ihrer Eltern am 10. Mai 1989 endlich die erste Nacht ohne zusätzlichen Sauerstoff verbrachte.

Auf den Regelkindergarten folgte für Carina eine schwere Zeit in der Förderschule. Nach 2-jähriger Berufsvorbereitung begann Sie ihre Ausbildung zur Malerfachwerkerin.

Im Juli 2007 machte Sie ihren Führerschein und fährt seitdem mit dem eigenen Auto zur Arbeit.

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Jasmin

Happy End!

Jasmin kam nach einer Schwangerschaftsgestose in der 29. Schwangerschaftswoche mit 1.080 Gramm und 37 cm zur Welt. Sie hatte eine extrem unreife Lunge und schlechte Prognosen. Über zwei Jahre war sie ein sehr „krankenhausintensiver“ Patient. Jeder noch so kleine Infekt brachte sie und somit auch ihre Mama in die stationäre Behandlung der Kinderklinik.

Nach Kindergarten und Schule hat Jasmin eine Lehre im Büro gemacht und arbeitet heute in der Controlling-Abteilung einer Klinik.

Sie ist inzwischen verheiratet und hat außer einer erworbenen Bronchopulmonalen Dysplasie (chronische Atemwegserkrankung), mit der sie gut leben kann, keine Probleme.

Herbst und Winter sind Monate, in denen sie mehr auf sich achten muss. Mit einem liebevollen Ehemann, Eltern und Geschwister an ihrer Seite schafft sie dies aber alles gut.

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Lea-Sophie

Wie die Mama von Lea-Sophie die Zeit vor und nach der Geburt erlebt(e):

Ich kam am 19.11.2011 mit vorzeitigem Blasensprung ins Klinikum Esslingen. Ich war 2 Tage vorher schwimmen und denke, dass ich mir dort eine Infektion geholt habe. Das Schwimmbad hatte die kommenden Tage dann nämlich wg. schlechter Wasserqualität geschlossen.

So fing alles an.

Ich lag dann 3 Wochen im Esslinger Krankenhaus. Die Ärzte machten mir wenig Hoffnung, da meine Fruchtblase leider nicht mehr zusammenwuchs und ich ständig Fruchtwasser verlor. Mein Entzündungswert lag zwischenzeitlich über 300. Zum Glück bekam ich nie Fieber und so mussten die Ärzte nicht einschreiten. Und auch Lea kämpfte weiter. Ich hatte strickte Bettruhe.

In Esslingen werden allerdings erst Kinder ab der 25. SSW behandelt und mir wurde gesagt, dass unserer Kleinen nicht geholfen wird, wenn sie vor der 25. SSW auf die Welt kommt. Das machte uns fertig und wir konnten es nicht verstehen, wie Ärzte ein Lebewesen nicht behandeln wollen, obwohl es vielleicht leben möchte.

Ich versuchte alles und redete auf die Ärzte ein.

Schließlich haben sie uns mitgeteilt, dass die einzige Hoffnung darin besteht, nach Ulm verlegt zu werden, da sich diese Klinik bereits ab der 22. SSW um Extremfrühchen kümmert.

Wir zögerten keinen Moment und nach 3 Wochen in Esslingen ließ ich mich in der 22. SSW nach Ulm verlegen.

Dort lief anfänglich alles gut. CRP trotz Antibiotika immer noch erhöht aber der Maus und mir ging es gut.

Nach 1 Woche verschlechterten sich dann leider im CTG ihre Herztöne und die Ärzte entschieden sich, die Maus auf die Welt zu holen. Habe so gehofft, dass es noch einige Wochen gut geht, doch außerhalb des Körpers konnte ihr einfach besser geholfen werden.

Ich bekam 3 Lungenreifespritzen und am 17.12.2011 wurde Lea-Sophie per Kaiserschnitt um 22:35 auf die Welt geholt: 505 g – 28 cm

Ich durfte sie leider nur ganz kurz sehen, dann wurde sie gleich vom Ärzteteam versorgt.

Ich habe immer an ihren Lebenswillen geglaubt und sie hat es geschafft.

Sie wurde dann beatmet und kam auf die Intensivstation.

Nach einigen Extubationsversuchen stellte sich heraus, dass Lea-Sophie es leider nicht schafft allein zu atmen, da ihr Ductus trotz Medikamenten nicht zuging. Somit wurde sie am 13.1.2012 operiert.

Auch das meisterte sie super und nach kurzer Erholung wurde sie extubiert.

Mit Atemhilfe entwickelte sie sich prächtig.

Als Sie endlich fast vom CPAP los war wurden wir auf die KK4 gelegt wo sie nun das Trinken und selbstständige Atmen lernte.

Jeden Tag ging es etwas besser.

Anfänglich gab es noch viele Sättigungsabfälle und Bradykardien. Doch wir haben immer gewusst, dass sie es schaffen wird und ich gab ihr alle Zeit, die sie brauchte. Ich wollte auf keinen Fall mit Monitor und Coffein entlassen werden und blieb lieber eine Woche länger auf Station. Und es war die richtige Entscheidung. Am 22.4. 2012 wurdlich entlassen.

Eigentlicher Geburtstermin wäre der 14.4. gewesen, doch die Tage brauchte sie einfach noch um sich für die große weite Welt zu stärken.
Sie entwickelte sich zu Hause super und hat keinerlei Einschränkungen.

Natürlich ist sie momentan noch auf dem Stand ihres errechneten Geburtsdatums, doch das ist für uns gar kein Problem.

Sie macht uns so viel Freude und wir sind überglücklich, dass wir immer an unseren kleinen Kämpfer geglaubt haben.

Lea wird in 6 Tagen ein „echtes“ Jahr und sie ist jetzt ca. 78cm und wiegt 10kg. Sie krabbelt, brabbelt, sagt Mama, steht, beginnt langsam zu laufen…

Einfach ein kleines Wunder.

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